Wetter-Roulette auf Maupiti

Wetter-Roulette auf Maupiti

Wir verbringen eine schöne Woche auf Maupiti, gehen noch mal mit den Nachbarn im Riff schnorcheln und in das nette Restaurant zum Essen. Außerdem freuen wir uns, dass wir unsere Vorräte an Benzin, Tomatensoße und Bier aufstocken können. Das ist ja schon mal was. Andere Dinge, die wir gerne kaufen würden, finden wir leider nicht. Es gibt mehrere klitzekleine Supermärkte im Ort, die aber im Wesentlichen nur Konserven führen. Baguette gäbe es wohl morgens zwischen 6.00 und 7.00 Uhr… Aber das entspricht nicht so ganz unserem Biorythmus, zumal die Überfahrt in den Ort mit dem Dinghi auch rund 15 min dauert und in der Regel eine feuchte Angelegenheit ist. Obst und Gemüse ist hier einfach nicht im Angebot und leider finden wir auch niemanden, der uns über den Gartenzaun Bananen oder Mangos verkaufen würde, schade.

Ansonsten ist unser Aufenthalt hier geprägt vom Warten auf das passende Wetterfenster für die Überfahrt nach Aitutaki. Die Strecke beträgt knapp 500 Seemeilen, das wird rund 4 Tage dauern. Aber sooft wir auch auf die Wettervorhersage gucken, das Wetter sagt uns nicht zu. Die Großwetterlage gestaltet sich leider so, dass wir zwischen zwei ausgeprägten Starkwindgebieten liegen, die in unserer Fahrtrichtung aufeinander prallen. Das heißt, erst sind Wind und Welle ziemlich mächtig, dann folgt eine breite Gewitterfront, nach derem Durchzug der Wind dann gegenan kommt, um schließlich in der Flaute zu verebben. Gar nicht schön! Wir haben nicht wirklich Lust auf über 30 Knoten Wind und über 3 m hohe Wellen, um dann sowohl im Gewitter zu landen und auch noch einen Tag oder länger motoren zu müssen.

Schietwetter im Paradies

Sonntag gibt es eine neue Prognose für das Wetter ab Montag, die Wetterrouting App gibt uns eine deutlich nördlichere Kurslinie vor und das Wetter dort sieht zwar nicht gut, zumindest aber besser aus. Böen nur noch bis 25 Knoten Wind. Die Perspektive verleiht unseren Törnvorbereitungen neuen Schwung, Dietrich kümmert sich darum, die Papiere für´s Einklarieren vorzubereiten und ich bereite Basics für das Essen unterwegs vor.

Sonntagabend sind wir bei unseren netten britisch-australischen Nachbarn zum „Sunday Evening Roast“ eingeladen. Tatsächlich hat sich das Wetter über den Tag noch weiter verschlechtert, so dass selbst die 100 m Dinghifahrt eine gewisse Herausforderung darstellen. Aber natürlich fahren wir rüber und freuen uns, dass wir nur von einer Seite nasswerden. Neben sehr leckerem Essen, vielen Geschichten und guter Unterhaltung reden wir natürlich auch über das Wetter und einen möglichen Termin für die Überfahrt. Aufgrund der heutigen Wetterentwicklung haben wir uns schon wieder ein ganzes Stück von der Idee, morgen aufzubrechen, verabschiedet. Carol und Ken erzählen, dass sie am Nachmittag zufällig das Einlaufen der großen Katamaran-Schnellfähre in den Paß beobachtet haben. Selbst diese hat wohl versucht, einen günstigen Moment zwischen den Wellen abzupassen, ist trotzdem mächtig eingetaucht und fast komplett in ihrer Gischtwolke verschwunden. Oh NO! Der Wind hat über Tag mächtig aus Süd-Ost aufgefrischt und die Wellen sind größer geworden. Bei der Wetterlage ist der nach Süden ausgerichtete Pass ziemlich gefährlich. Nein, da vertagen wir unsere Weiterreise lieber noch ein bisschen.

Tatsächlich bleibt uns diese Schietwetterlage drei Tage lang ununterbrochen erhalten. Stürmischer Wind mit unzähligen Schauerböen und langanhaltendem Regen. So was kennen wir noch von den Sommern in der Ostsee, aber hier? Das einzig Gute an dem Schietwetter ist, das wir froh sind, noch hier vor Anker zu liegen und nicht unterwegs zu sein.

Die Tage vorher, als das Schlechtwettergebiet noch weiter draußen auf unserer Törnstrecke lag, war es mitunter etwas abstrakt. Da lagen wir hier bei wunderbar milden Bedingungen und Sonnenschein und hatten gleichzeitig die Information, dass das Wetter für die Überfahrt zu schlecht ist, da dieses breite Band mit Sturm, Gewittern, mächtigen Wellen und Regen unsere Strecke blockiert hat.

Nachdem das Starkwindband durchgezogen ist, folgt wieder relative Flaute. Beim Wetter-Bingo geht´s auf und ab. Wir nutzen das ruhige Wetter in der Lagune, um mit dem Dinghi zum tanken zu fahren. Seit wir den neuen Stundenzähler am Außenborder haben, können wir jetzt unseren Verbrauch gut ermitteln. Mit einem Verbrauch von etwa 2,5 Litern pro Stunde sind wir ganz zufrieden und können auf dieser Basis nun auch besser einschätzen, wann es notwendig wird, nachzutanken. Danach schauen wir mal, ob es in den Supermärkten vielleicht doch etwas für uns zu kaufen gibt. Der erste kleine Shop sieht von außen sehr romantisch und winzig aus und wirkt auch innen nicht größer. Es gibt eine Auswahl an Dosen, Nudeln, Reis und anderen haltbaren Dingen. Wir kaufen ein paar Dosen Tomatensoße, alles andere ist wenig ansprechend. 500 m weiter gibt es noch einen etwas besser sortierten Laden, der aber nur über die Theke verkauft. D.h. man kann nur sagen, was man möchte und nicht durch die Regale spazieren. Aber zumindest können wir hier unsere zur Neige gehenden Biervorräte aufstocken. Mit unserer nicht allzu großen Ausbeute laufen wir durch die Hitze zurück und genehmigen uns einen Mittagssnack in dem netten Restaurant. Dies ist wirklich ein Lichtblick und der einzige Ort auf der Insel, wo man mit Karte bezahlen kann. Alle anderen Läden oder Imbiss-Buden sind auf die lokale Bevölkerung ausgerichtet und die zahlt eben nicht mit Karte.

Gemeinsam mit unseren Nachbarn fahren wir mit den Dinghis zum Schnorcheln auf die Innenseite des Riffs und finden eine sehr intakte, bunte Fisch- und Korallenwelt vor.

 

Allerdings ist es bei südlichem Schwell hinter dem Riff relativ wellig. Auch wenn der starke Wind vorbei ist, der mächtige Schwell aus Süd betrug in den letzten Tagen über 3 m und baut sich nur langsam ab. Gemeinsam fahren wir mit dem Dinghi zum Paß, um die Verhältnisse dort zu beobachten. Draußen brechen noch mächtige Wellen, bei dem Schwell ist es uns allen zu gefährlich, durch den Paß zu fahren.

Die „Frischware“ für die nächsten Veranstaltungen läuft – vermutlich völlig ahnungslos – unter den Palmen entlang:

Jeden Tag schauen wir auf die Wettervorhersage und debattieren mit den Nachbarn darüber. Carol und Ken entschließen sich dann, am Donnerstag, 21.06. zur Überfahrt nach Aitutaki zu starten. Der Schwell ist zurückgegangen und mit ihrem Katamaran sind sie zuversichtlich, auch bei schwachen Winden gut voranzukommen. Für uns ist am Donnerstag nicht genug Wind, wir favorisieren den Freitag als Starttermin und nutzen die Zeit noch für Vorbereitungen und um Wasser zu machen. Am Donnerstag ist dann absolut kein Wind in der Lagune von Maupiti, das Wasser ist glatt wie ein Spiegel. Und so klar, dass wir von Bord aus jeden Sandbuckel in 10 m Tiefe erkennen können, ebenso einige Fische und einen Stachelrochen, der sich wohl mit unserer Ankerkette angefreundet hat und darauf wartet, dass die Kette mit ihren Bewegungen über den Sandboden kleine Tierchen aufscheucht. Faszinierende Einblicke.

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