Überfahrt nach Maupiti

Überfahrt nach Maupiti

Dienstag, 05.05.2026

Am Dienstag klappt es dann auch ganz reibungslos, wir erhalten unsere „Zarpe“, den Beleg für die Ausklarierung und unsere Pässe werden gestempelt. Vor fast genau einem Jahr hatten wir auf den Gambier Inseln für Französisch Polynesien einklariert, das war wirklich sehr wenig bürokratischer Aufwand für ein Jahr, sehr cool. Wir nutzen den letzten Tag um mittags noch mal lecker essen zu gehen und noch einige Souveniers und Mitbringsel zu kaufen. Dann verholen wir mit MACARENA wieder auf den altbekannten Ankerplatz, holen das Dinghi hoch und verstauen den Motor. Am Mittwoch Vormittag laufen wir dann aus und verabschieden uns von Bora Bora. Obwohl wir hier nur einen kurzen Stopp machen wollten, sind es nun doch fast zwei Wochen geworden, es war wirklich sehr schön hier.

Mittwoch, 06.05.2026

Wir freuen uns, endlich mal wieder zu segeln und kommen bei sehr achterlichem Wind unter der Genua gut voran. Noch ist nicht ganz klar, ob wir Maupiti anlaufen können. Die Einfahrt ist nur ein schmaler Pass und auf No-Foreign-Land heißt es, dass es dort sehr viel Strömung gibt man bei Wellen aus Süd über 2 m dort besser nicht mehr einlaufen sollte. Der Blick auf den Ozean zeigt einen mächtigen Schwell aus Süd. Am besten, man käme zur Slack-time an. (= kurzes Zeitfenster zwischen ablaufendem und auflaufendem Wasser) Leider sind die Tideninformationen, die wir bekommen sehr widersprüchlich. Wir texten zwei bekannte Boote an, die laut No-Foreign-Land gerade auf Maupiti sind und fragen, ob sie etwas Konkretes zur aktuellen Situation am Pass sagen können. Leider sind sie beide nicht mehr vor Ort, schreiben aber unabhängig voneinander, dass es rau sein kann und man am besten die Slack-time abpassen soll. Wann die ist, wissen sie aber auch nicht. Hm, das klingt irgendwie unschön, wir werden hinfahren, gucken und dann entscheiden.

Im Laufe des Tages lässt der Wind ein bisschen nach, wir kommen gegen 16.00 vor dem Paß an. Ui, von der Seite kommend sieht man eine ewig lange Linie, an der eine mächtige Welle nach der anderen donnernd bricht. Wo sollen wir denn da durchkommen? Erst als wir in der direkten Verlängerung des Passes sind, tut sich eine schmale Lücke zwischen den Brechern auf. Ganz genau sieht man die Linie der starken, auslaufenden Strömung im Wasser. Gar nicht schön, aber es sollte wohl gehen, unser Motor hat ja ganz ordentlich Power. Zum Glück gibt es neben der Betonnung auch noch 2 Stangen in Peil-Linie, das erleichtert erstmal den passenden Kurs zu finden.

Mit Vollgas schiebt sich MACARENA langsam aber stetig durch das strudelnde Wasser. Dietrich steuert voll konzentriert, ich kontrolliere die Kursrichtung. Man soll sich in solchen Situationen ja nicht umgucken, ich kann es aber nicht lassen. Owei, hinter uns kommen die mächtigen Brecher mit großer Geschwindigkeit auf und donnern knapp an uns und der Fahrrinne vorbei.

Meine Knie fühlen sich etwas weich an. Aber alles geht gut, im Fahrwasser sind wir ziemlich sicher, auch wenn wir 4,5 Knoten Strömung gegenan haben. Uff, sobald wir im Riffkanal sind, beruhigt sich die haarige Situation ganz schnell. Die beiden kleinen Motus mit ihrem hellen Strand und den dunklen Palmen sehen ganz paradiesisch aus. An dem einen Strand sind zwei Leute, offensichtlich auch Segler und applaudieren uns spontan für die gelungene Durchfahrt.

 

 

In der Lagune suchen wir uns einen passenden Platz im südlichen Ankerfeld. Hier liegen bereits 7 andere Boote, das Wasser ist 10 m tief, sehr klar, der Grund ist sehr gut zu erkennen. Sobald wir sicher vor Anker liegen, fällt die Anspannung von uns ab. Geschafft, wir sind gut auf Maupiti angekommen! Darauf ein Ankerbier, bzw. Ankeralster.

 

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