Bora Bora – wir kommen

Bora Bora – wir kommen

Donnerstag, 23.04.2026 

Nun wird es Zeit, wir hieven den Anker und verabschieden uns rund sechs Wochen nach unserer Ankunft endgültig von der großen Lagune zwischen Raiatea und Tahaa. Die Distanzen innerhalb der Lagune unterschätzt man leicht, wir motoren rund eineinhalb Stunden, bis wir die Lagune durch den Westpaß Tahaas verlassen können. Endlich wieder auf dem Meer, was für eine Farbe! Leider ist erstmal nicht genug Wind, um zu segeln. Naja, dann lassen wir den Wassermacher noch ein bisschen laufen, das ist ja auch viel wert. Rund zwei Stunden können wir dann doch noch segeln, bevor wir die Südwest Ecke des Bora Bora Riffs erreicht haben. Wir genießen unseren ersten Segeltörn nach gut fünf Monaten sehr.

Bora Bora fasziniert mit seinem markanten Berg, den vielen Motus und den tollen Variationen von türkisem Wasser innerhalb des weiträumigen, umlaufenden Riffsaums. Die einzige Einfahrt durch das Riff befindet sich auf der Westseite. Von dort aus umrunden wir die Insel noch um rund die Hälfte, bis wir im Nordosten in einem ausgewiesenen Bereich vor Anker gehen.

Es gibt nur zwei Bereiche, in denen ankern erlaubt ist und das auch nur mit zeitlicher Begrenzung. Ansonsten ist man verpflichtet, eines der kostenpflichtigen Mooringfelder zu nutzen. Die Mooring soll 40 Euro pro Nacht kosten, das ist nicht ganz ohne. Aber es ist halt Bora Bora, der Inbegriff des Südsee-Traumes und eine sehr gefragte Location. Bereits auf dem Weg zum Ankerplatz sehen wir viele Hotelanlagen mit Stelzenhäusern. Sicher sehr luxuriös und angenehm, aber eben doch sehr viele, gleichförmige Häuser. Eigentlich schon deutlich zu viele.

Ein cooler Manta aus dem dunklen Blau

Auf der Sandbank liegen wir bei 4-5 m Wassertiefe sehr ruhig und sicher. Nur, außer einer Menge Seegurken überall zeigt sich nicht viel Leben Unterwasser. Am nächsten Vormittag fahren wir zur Landspitze nördlich von uns, dort sind zwei Mooringbojen für kleine Boote und Dinghis verankert und die Stelle ist als Schnorchel-Spot vermerkt. Kaum bin ich im Wasser, schon taucht aus dem dunklen und tiefen Blau ein Manta auf und kommt direkt auf uns zu. Wow! Völlig relaxt dreht der Manta einige Runden mit weit aufgesperrtem Maul. Er kommt uns so nah, dass wir die kleinen Fische sehen können, die in seinem Maul schwimmen und auf ihren Anteil hoffen. Seitlich und unter ihm haben noch ein paar Schiffshalter angedockt. Wir sind völlig fasziniert! So elegant und so entspannt. Der Manta hat eine hübsche, schwarz-weiße Maserung auf dem Rücken, seine Spannweite schätzen wir auf rund 3 Meter. Als er nach einiger Zeit wieder im tiefen Blau verschwindet, wenden wir uns den kleineren Riffbewohnern zu. Aber natürlich war der Manta das absolute Highlight hier, was für ein Glück!

Samstag, 25.04.2026, Mooringfeld Motu Fareone im Süd-Osten Bora Boras

Vormittags nutzt Dietrich noch das tolle trockene Wetter, um Fotos von MACARENA vor dem spektakulären Berg Bora Boras, dem Mount Otemanu, zu machen.

Anschließend laufen wir unter Motor durch das gut betonnte Fahrwasser zum Mooringfeld im Süd-Osten. Es gibt eine kleine Engstelle, an der das Fahrwasser sehr schmal ist und mit einem rechtwinkligen Knick durch die Korallen führt. Auf „Noforeingland“ sind einige Kommentare vermerkt, das die Stelle sehr, sehr eng wäre und für große Katamarane eigentlich kaum zu schaffen sei. Hm?? Na, auf der Seekarte wirkt es erstmal ganz übersichtlich, aber wir sind ja gerne auf der sicheren Seite und ich gehe in den Ausguck am Bug. Die Passage ist gut machbar, aber es ist ziemlich viel Betrieb auf dem Wasser und andauernd schießen Ausflugsboote dicht an uns längs. Das Wasser ist hier so klar, dass man die Tiefe nur sehr schwer schätzen kann. Es sieht sehr flach aus, ich kann jede einzelne Koralle deutlich erkennen, obwohl die Wassertiefe um 5 Meter liegt. Insgesamt eine ganz tolle Passage vom Bug-Ausguck her gesehen. Die Wasserfarbe ist herrlich, ich filme ein bisschen und plötzlich schwimmt eine Schildkröte quer vor uns durch´s Fahrwasser, ganz toll!

Die Fahrt nutzen wir, um den Wassermacher laufen zu lassen und kommen kurz nach Mittag am Mooringfeld hinter dem Motu Fareone an. Was für ein toller Anblick! Das entspricht wirklich sehr dem Bora Bora Südsee Klischee. Die Yachten liegen im Wasser mit verschiedensten Abstufungen von wunderbarem Türkis, dahinter ein weißer Strandsaum und dunkelgrüne Palmen. (…gespickt mit ein paar Kiefern, mit ganz lieben Grüßen an unseren Freund Stefan…) In der Anfahrt zählen wir die Masten und kommen auf 14 bis 16 Boote. Die Zahl schwankt, mal versteckt sich ein Mast hinter dem anderen und außerdem gibt es ein paar Ketschs mit zwei Masten. Auf jeden Fall ist es ziemlich voll, wir sehen noch zwei freie Mooringbälle. Na gut, eine Mooring reicht uns ja. Im Laufe des Nachmittags kommt noch jemand vom Mooring Service vorbei, nimmt unseren Müll mit und kassiert die Mooringgebühr. Er rechnet uns ganz klar vor, was wir zu zahlen haben, wir nicken nur und wundern uns hinterher, dass wir nur rund die Hälfte von dem bezahlt haben, womit wir gerechnet hatten. Hat er sich jetzt vertan, oder hatten wir vorher den Preis für einen Katamaran im Kopf? Warten wir mal ab, wir müssen sicher noch mal ein paar Nächte zusätzlich buchen….

Ein bisschen ernüchtert sind wir nur ob der seeehr lauten Partymusik, die vom Strand herüber schallt. Umz, umz, umz, nicht unser Stil und sehr unangenehm laut. Eigentlich wollten wir zum Sundowner an Land fahren, die Musik hält uns jedoch fern. Dafür gibt es zum Sundowner dann noch einen Regenguß und die Musik wird leiser. Immerhin!

Faszinierende Adlerrochen ohne Scheu

Wenn das hier immer so ist, dann bleiben wir hier höchstens noch einen Tag! Deshalb planen wir für Sonntag zwei Schnorcheltouren und machen uns morgens recht früh auf zur Südspitze des Motus. Zwischen Motu und Riff gibt es wieder ein paar Bojen, an einer machen wir unser Dinghi fest. Die Landschaft sieht fantastisch aus, aber unter Wasser ist über den weiten Sandflächen nicht viel los. Die Sicht ist zum Glück recht gut und wir schnorcheln ein bisschen herum. Da, plötzlich kommen sechs Adlerrochen in unser Blickfeld! Oh, WOW! Wir nähern uns vorsichtig, aber die Tiere nehmen kaum Notiz von uns und lassen sich überhaupt nicht aus der Ruhe bringen.

Ganz entspannt gleiten sie schwerelos durch´s Wasser, es sieht aus, als ob sie fliegen. So faszinierend!! Wie in Trance folgen wir ihnen und beobachten, wie sie in kleinen Gruppen koordinierte Bögen schwimmen und nach Futter suchen. Mir fehlen die Superlative, um dieses Erlebnis zu beschreiben, so elegant gleiten die Rochen dahin. Sie haben offensichtlich überhaupt keine Scheu und wir können sie ausgiebig beobachten. Letztes Jahr haben wir vor der Insel Huahine schon mal Adlerrochen gesehen, dort haben sie jedoch immer deutliche Distanz zu Menschen gehalten. Glücklich uns voller Adrenalin schnorcheln wir noch ein bisschen um die Korallen, bevor wir mit dem Dinghi über das flache, leuchtend türkise Wasser zurückbrausen zu MACARENA. Was für ein toller Morgen!!

Schnorcheln im „Aquarium“ … ein wahrer Fish-Overflow

An Bord nehmen wir eine kleinen Mittagssnack zur Stärkung und laden die Akkus der Unterwasser-Kameras wieder auf. Dann machen wir uns erneut mit dem Dinghi auf, um auch den Schnorchel Spot hinter der kleinen Insel „Pitiuu Uta“ zu erkunden. Der Spot trägt den vielversprechenden Namen „Aquarium“. Und tatsächlich, kaum haben wir das Dinghi an einer kleinen Mooring festgemacht und sind in´s Wasser gehüpft, sind wir dicht umringt von Fischen. Wahnsinn! Am Rande des weißen Sandbodens erstecken sich einige sehr große Korallenstöcke und um sie herum wimmeln die verschiedensten Fische. Große Fische, kleine Fische, alle Farben sind vertreten und einige richtig große Schwärme. Fantastisch! Das Wasser ist sehr klar und man hat eine ganz tolle Sicht. Die Sonne scheint, Korallen und Fische leuchten um die Wette. Auf unserer bisherigen Reise haben wir ja schon viele schöne Tauch- und Schnorchelspots gesehen, aber so eine Fülle an bunten Fischen hatten wir noch nie. Ich kann mich kaum entscheiden, welche Fische ich filmen möchte. Ein wirklich außergewöhnlicher Ort, was für ein fantastischer Tag!!

In den nächsten Tagen verholen wir erst zum „Toopua Mooring“ Feld ganz im Westen Bora Boras und anschließend machen wir MACARENA im „Povai Mooring“ Feld im Süden fest. Nun haben wir Bora Bora fast ganz umrundet, die Passage um die Südspitze Bora Boras ist selbst für MACARENA zu flach. Vor Toopua schnorcheln wir den einen Nachmittag mit Haien und Stachelrochen und am nächsten Morgen haben wir das große Glück eine Gruppe von über 20 Adlerrochen in 10 m Tiefe beobachten zu können. Es sind wirklich unwahrscheinlich schöne und elegante Tiere.

Das direkte Umfeld der Povai Moorings ist nicht ganz so toll wie die anderen Plätze, aber um die Ecke rum liegt die Eleuthera Tauchbasis, bei denen möchten wir gerne unser Nitrox Zertifikat machen und fragen, welche Tauchtouren sie uns anbieten können. Die Tauchbasis liegt in der Matiera Bucht, eine wirklich traumhaft schöne Halbmond Bucht mit leuchtend weißem Sandstrand, grünen Palmen und Wasser in wunderschönen Türkistönen.

Genau so stellt man sich wohl den Südsee-Traumstrand vor. Wir sind begeistert, das wir mit dem Dinghi direkt auf den Strand vor einem kleinen, sehr einfachen Strandrestaurant fahren können. Die kleine Strandbude bietet ganz unkompliziert alles, was Strandgäste und Badende als Erfrischung und Stärkung brauchen. Wir fühlen uns pudelwohl und genießen den tollen Blick über die Traumbucht mit unserem kleinen „Macaroni“ im Vordergrund.

Anfang Mai: Tauchen – wir gehen auf Tiefe

Für die Tauchtouren holt uns das Boot immer direkt bei MACARENA ab, die erste Tour geht an einen nahegelegenen Spot an der Durchfahrt, wo wir gestern mit MACARENA lang gefahren sind. Hier soll es möglich sein, Adlerrochen zu sehen. Nach einer Einführung in das Nitroxtauchen folgen wir unserem Guide Manu in die Tiefe. Ui, ganz schön Strömung hier. Das war angesagt, aber es ist für unsere Gruppe nicht immer ganz einfach, Manu zu folgen. Besonders das Anhalten ist knifflig. Ich versuche meine Hände im Sand einzugraben und so festzuhalten, werde aber von der Strömung gnadenlos migerissen. Wir sehen einige Adlerrochen über uns dahingleiten, jedoch sind sie auf die Distanz schwer zu filmen. Die Unterwasserlandschaft bietet einige sehr große Korallen zwischen weißen Sandflächen, das sieht sehr hübsch aus. Rund um die Korallen tummeln sich eine Menge Fische, aber auch hier macht es die Strömung etwas schwer, länger zu verweilen.

Am nächsten Morgen holt uns das Tauchboot pünktlich um 7.30 zu unserem zweiten Tauchgang ab. Heute geht es hinaus auf den Ozean und wir tauchen außerhalb der Lagune an der Außenseite des Riffs. Hier ist nur sehr wenig Strömung und wir genießen den entspannten Tauchgang auf 20 m Tiefe sehr. Das Wasser ist sehr klar und selbst in 20 m Tiefe ist es super hell, die vielen Fische und schönen Korallen leuchten im Sonnenlicht um die Wette. Wir sind sehr begeistert. Ganz gemächlich führt uns unser Guide durch die Tiefe, zu einer Höhle und schließlich zurück zum Tauchboot. Wir sind Auge-in-Auge mit den tollen blauen Triggerfischen und können auch einen großen Triggerfisch in Aktion beobachten, wie er ganze Korallen umreißt auf der Suche nach Futter darunter. In etwas größerer Entfernung sehen wir einen Schwarm Baracudas und ein paar Haie kommen neugierig heran. Ein sehr intaktes Riff und eine fantastische Vielfalt unter Wasser, überall wimmeln die Fische umeinander und natürlich ist es noch mal schöner, direkt mit ihnen zu tauchen und auf einer Ebene zu sein, als beim schnorcheln von oben auf diese besondere Welt zu schauen.


Nach einer kleinen Stärkung an Bord fahren wir weiter zum zweiten Tauchspot des Vormittags, das Ziel ist, Mantas zu sehen. Die Guides telefonieren und bekommen wohl Infos, an welchem Spot die Wahrscheinlichkeit heute am größten ist, Mantas zu Gesicht zu bekommen. Schließlich gehen wir dort in´s Wasser, wo wir beim Schnorcheln bereits einen Manta gesehen haben. Und genau wie vor ein paar Tagen zieht ein Manta an uns vorbei, als wir abtauchen. Leider schwimmt er davon und verschwindet direkt in den blauen Weiten. Wir tauchen längs der Riffkante um die Landzunge und können noch einige hübsche Fische gucken, der Manta zeigt sich leider nicht noch mal. Wir sind mit unseren Tauchgängen hier um Bora Bora insgesamt sehr zufrieden und freuen uns, das wir nun auch das Nitrox-Zertifikat haben.

Vorbereitung der Weiterreise

In den nächsten Tagen kümmern wir uns nun um die Vorbereitung der Weiterreise, wir kaufen ein und bereiten die online-Papiere für die Ausreise aus Französisch Polynesien vor. Im ersten Anlauf hat die Gendarmerie leider nicht geöffnet, aber am Montag, 04.05.2026 können wir unsere Ausreise anmelden und die Nummer einreichen, unter der unsere online-Papiere geführt werden. Das Ganze muß nun in Tahiti genehmigt werden, wir sollen am nächsten Tag nochmal wiederkommen.

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