Vorbereitung zum Einwassern

Vorbereitung zum Einwassern

Weitere Vorbereitungen an Bord & Reinigung

In den letzten Tagen haben wir mehrmals die Tochter unserer Vermieter, die grad zu Besuch ist, getroffen und sind nett in´s Gespräch gekommen. Im Gespräch ergab es sich aus dem Zusammenhang, dass ich sie gefragt habe, ob es auf Raiatea einen Waschsalon gibt? Gibt es natürlich nicht. Aber sie fragt ihre Eltern, ob wir vielleicht deren Waschmaschine benutzen dürfen. So war das ja nun nicht gemeint… Aber wir freuen uns dann sehr, dass uns die netten Vermieter einladen, ihre Waschmaschine zu benutzen. Das erleichtert uns sehr, alle Klamotten, die an Bord eingelagert waren, müffeln ziemlich. Und bei den Dingen, die ich in den letzten Tagen von Hand gewaschen habe, war das Waschwasser hinterher auch ganz schön dunkel. So können wir mehrere Maschinen Wäsche waschen und auf dem Wäscheständer in unserem Wohnraum durch die Klimaanlage flott trocknen. (Auf gar keinen Fall die Wäsche nach draußen stellen, da wird sie durch die hohe Luftfeuchtigkeit gleich wieder nasser als zuvor.) Gerne möchten wir für die Nutzung der Waschmaschine etwas bezahlen, aber dies wird kategorisch abgelehnt, wie seien schließlich ihre Gäste. Vielen Dank nochmal dafür!

Wir nehmen in diesen Tagen immer schon mal ein paar Ausrüstungsdinge mit an Bord, dann sind unsere drei großen Taschen letztendlich nicht mehr so schwer. Die ganze Woche ist sehr regnerisch, in den wenigen Regenpausen wird das Unterwasser-Schiff gestrichen, Am Mittwoch Nachmittag finden wir auch noch eine Regenlücke, in der wir den Propeller mit Prop-Glide streichen können.

Donnerstag, 26.03.2026: es geht in´s Wasser

Am Donnerstag Mittag ist unser Krantermin. Bei mächtigem Regen geht es mit dem großen Hubwagen diesmal rückwärts durch die enge Gasse zwischen den parkenden Autos zum Slip. Zum Glück sitzen wir im Cockpit unter dem Bimini relativ gut geschützt vor dem pladdernden Regen. Die Mitarbeiter der Werft tun uns ein bisschen leid, wie sie in diesem heftigen Regenguss um das Gespann laufen und gucken, dass wir nirgendwo anecken.

Die restlichen Stellen des Rumpfes, wo die Auflagen saßen, werden noch vor der Mittagspause auf dem Hubwagen mit Anti-Fouling gestrichen. Nach dem Mittag wird MACARENA in´s Wasser geschoben. Alles läuft sehr glatt, wir freuen uns, dass die Maschine sofort anspringt und können kurz darauf rückwärts aus dem Hubwagen fahren. Die Werfties weisen uns den ersten Liegeplatz längs am Schwimmponton zu. Super, da können wir unser restliches Gepäck ganz einfach von der Seite an Bord bringen.

Auf MACARENA haben wir noch ein bisschen gelüftet, geputzt und geräumt, aber zum übernachten ist es noch nicht wirklich gemütlich. Diese Nacht können wir noch in unserem Ferienhaus verbringen. Am nächsten Morgen packen wir nach dem Frühstück in Ruhe unsere Sachen und ziehen endgültig um. Die nächsten Tage sind wir weiter mit der Inbetriebnahme der diversen technischen Geräte, sowie Ausrüstung suchen, finden, putzen beschäftigt.

Nachdem Dietrich das neue Kabel an das Batterie-Management-System angebaut hat, verschwinden schon mal die Alarme und Fehlermeldungen. Allerdings lässt sich der Touch-Monitor nicht mehr bedienen. Also, er zeigt eine Seite an, jedoch funktioniert der Touch-Modus nicht mehr, also kann man nicht blättern oder bestimmt Seiten aufrufen. Nach einigem Probieren stellen wir fest, dass man die Infos sowohl auf dem Handy abrufen kann und auch mit dem Handy die Seiten-Anzeige auf dem Monitor steuern kann. Mmh, das ist ein kleiner Trost, aber wenn der Monitor in Standby schaltet, bleibt er schwarz. Schließlich schreibt Dietrich eine Mail an die Jungs in Trinidad, die letztes Jahr das System installiert haben und die sagten, sie könnten auch eine online Diagnose oder Wartung machen. Und tatsächlich bekommt Dietrich sofort eine Rückmeldung von Dominique und binnen Kürze hat er sich in unsere Batterie-Steuerung eingeloggt und wir sehen, wie der Monitor seine jeweiligen Schritte anzeigt. Magic. Dietrich bekommt noch ein paar Rückmeldungen von Dominique und schließlich konstatiert dieser, dass der Monitor wohl defekt ist und ausgetauscht werden muß. Wir geben ihm die Adresse eines Victron-Händlers auf Tahiti und er will diesen bitten, uns ein Gerät zum Austausch zu schicken. Für uns würde das auf Garantie gehen, das wär ja fein. Am nächsten Tag bekommen wir jedoch die Info, dass der Händler auf Tahiti keinen Monitor hat. (Oder zumindest keinen, den er für diese Garantie-Leistung zur Verfügung stellen will…?) Hm, nicht so schön. Dominique bleibt dran und wird weiter nach einer Lösung für uns suchen.

Kabelanschlüsse im Mast

Am Montag früh kommt Bruno, der Elektriker, an Bord. Er parkt mit dem Dinghi direkt neben uns, da er auf einem Boot draußen an der Mooring lebt. Bruno macht einen außerordentlich kompetenten und sympathischen Eindruck. Er lässt sich unser Problem mit der Drei-Farben-Laterne schildern, hört in Ruhe zu, misst dann sicherheitshalber erst noch mal die unteren Steckkontakte der Mastverkabelung, bevor er sich von uns in den Masttopp winschen lässt. Dietrich hatte ihm ein Foto von der Kabelverbindung im Topp gezeigt, diese macht er für alle drei Anschlüsse (Ankerlicht, Drei-Farben-Laterne und Not-Blitz) komplett neu. Beim anschließenden Test leuchten alle Lampen wieder so wie sie sollen. Sehr schön, wieder ein Problem erledigt.

Nachdem Bruno an Deck zurückgekehrt ist, kümmert er sich auch noch um unseren defekten Drehzahlmesser und den Öldrucksensor. Auch hier macht es Freude, ihn bei der Arbeit zu beobachten, er arbeitet sehr ruhig, konzentriert und überlegt. Den Drehzahlmesser kann er neu anschließen, das Gerät funktioniert. Beim Öldruckmesser sind seine Bemühungen leider vergebens. Die Kontroll-Lampe für den Öldruck funktioniert, der Sensor für die Anzeige des Manometers ist leider defekt. Damit müssen wir diese Saison leben. Trotzdem war dieser Vormittag ein voller Erfolg.

Mastkontrolle

Am nächsten Morgen zieht Dietrich mich in den Masttopp, ich will den sehr ruhigen Liegeplatz für die Kontrolle des Mastes nutzen.

Elke in 18 Metern Höhe über dem Wasser auf Augenhöhe mit den Masten rundum

Alles sieht gut aus, alle Schrauben und Antennen sind fest, keine Scheuerstellen, keine Risse. Ein bisschen Flugrost, aber das ist nur oberflächlich. Ich mache ein paar Fotos von der Technik und dann noch ein paar touristische Aufnahmen. MACARENA von oben, die Werft, der Hafen und einen Rundumblick über das Riff. Es sieht alles wirklich sehr schön aus von hier oben. Gerade genieße ich noch den Ausblick, da komm unser Nachbar Katamaran zurück. Er war vor einer Stunde ausgelaufen, offensichtlich gibt es ein technisches Problem und er kommt zurück. Oha, der hat wieder ordentlich Speed drauf. Das war uns ja neulich schon aufgefallen, dass er seine Manöver zwar sehr schnell fährt aber ohne jegliches Gefühl. Wirklich nur ganz haarscharf schrammt er an unserem Heck und dem Dinghi vorbei. Das sah ziemlich beängstigend aus, besonders aus meiner Perspektive im Masttopp. Vorsorglich hatte ich mich schon mal extra gut festgehalten. Unten folgt eine Menge Hektik, Dietrich fängt eine Leine von ihnen, auf dem Kat herrscht ziemlich planloses Hin-und Her. Schließlich gelingt es, eine weitere Leine zum anderen Nachbarboot zu übergeben und die Mitarbeiter der Werft helfen, den Kat wieder auf seinen alten Liegeplatz zu bugsieren.

Wenn man das in 18m Höhe beobachtet wird einem gaaaanz anders! Glück gehabt, aber auf so ein Hafenkino hätten wir gerne verzichtet.

Bei Gelegenheit füllen wir an der Tankstelle schon mal alle Kanister für´s Dinghi mit Benzin und kaufen schon mal Getränke ein. Den finalen Großeinkauf teilen wir auf, Mittwoch Abend fahren wir zum „kleinen Supermarkt“ unweit des Flughafens und am Donnerstag Morgen dann nochmal zum großen Carrefour in Utoroa. Es war uns neulich schon aufgefallen, dass offensichtlich viele Chartercrews auch gerade einkaufen. Klar, über Ostern brummt hier das Chartergeschäft. Im Supermarkt sieht man viele Leute mit vollgetürmten Einkaufswagen, eine Crew schiebt einen großen Trolley voll nur mit Sekt oder Champagner zur Kasse. Neulich waren Eier ausverkauft, heute sehen wir, wie die Mitarbeiter eifrig frische Ware vom Versorgungsschiff zum Supermarkt karren. Und trotzdem, es gibt kaum noch Kaffee in den Regalen, Milch und sogar Salz ist komplett ausverkauft. Hm, damit hatten wir nicht gerechnet.

Donnerstag, 02.04.2026: endlich wieder vor Anker

Donnerstag geben wir nach dem letzten Großeinkauf unseren Leihwagen zurück und verabschieden uns auch von der Marina. Als alle Einkäufe einigermaßen verstaut sind, können wir endlich auslaufen. Es läuft sehr smooth, wir fahren unter Maschine nur ein kurzes Stück hinüber zu den Ankerplätzen hinter dem Riff, wo wir auch im letzten November schon gelegen haben.

Der Anker fällt und hält auf Anhieb, rundum türkises Wasser, endlich wieder vor Anker!

Abendstimmung am Anker vor Raitea

Eine Regenfront zieht durch

Und kurze Zeit später sind die Nachbarn schon wieder sportlich unterwegs

In dem Moment, wo die Anspannung von uns abfällt, hat uns unsere Erkältung voll im Griff. Wir sind beide immer noch schwer am Husten, fühlen uns total krank und schlafen die nächsten 24 Stunden mehr oder weniger durch. War wohl nötig. Über die Ostertage lassen wir es ganz ruhig gehen. Von Tag zu Tag spüren wir, dass wir uns weiter erholen und können die nächsten Punkte der Inbetriebnahme erledigen. Der Generator startet zu unserer großen Freude auf Anhieb und auch der Wassermacher kann nun hier draußen im sauberen Wasser seinen Dienst wieder aufnehmen. Damit sind schon mal zwei ganz wichtige Punkte erledigt, Strom und Wasser sind wieder verfügbar.

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