Letzte Tage in Aitutaki
Sonntag, 31.05.2026: Südtour Aitutaki
Sonntagnachmittag fahren wir nochmal entlang der Südroute um die Insel, leider ist das Wetter heute eher grau und ziemlich windig. Selbst die gestern so strahlend türkise Lagune erinnert bei den heutigen Bedingungen eher an die Segelsommer auf der Ostsee.
Dafür entdecken wir in einem Supermarkt, der gestern geschlossen hatte, frische Paprika und auch Wrap-Fladen. Die Öffnungszeiten der Supermärkte richten sich hier nach der Religionszugehörigkeit der Betreiber. Sind die Inhaber z.B. katholisch (o.a.) und haben ihren Gottesdienst am Sonntag, so ist der Laden sonntags geschlossen. Die Inhaber dieses Supermarktes gehören zu den Adventisten des 7. Tages, für sie ist der Samstag der heilige Tag, an dem der Gottesdienst stattfindet. Entsprechend haben sie am Samstag geschlossen, dafür aber den Sonntag geöffnet. Irgendwie ja auch ganz praktisch. Später fahren wir wieder in das Pacific Resort, für den Abend haben wir einen Tisch im Restaurant reserviert. Das Essen ist sehr lecker, der Blick vom Restaurant aus über die Küste und das Riff ist sehr romantisch.
Montag, 01.06.: Des Königs Geburtstag beschert einen Feiertag
Montag ist Feiertag, da der „offizielle“ Geburtstag des englischen Königs. Die Wirkung ist zumindest weitreichend. Der Großteil der Läden hat zu, das öffentliche Leben genießt den freien Tag. Einige der Supermärkte haben jedoch offen. Wir haben erfragt, dass wir heute Vormittag frisches Brot bei Reini bekommen und stehen pünktlich in ihrem Laden. Hm, das duftet schon lecker! Das Cheesebread ist schon fertig, Baguette ist noch im Ofen. Wir warten darauf und können leckeres Brot und Baguette für uns sowie unsere Nachbarn erstehen.
Von anderen Seglern im Hafen haben wir den Tip bekommen, dass ein Café hinter dem Flughafen gutes Frühstück anbietet, dass wollen wir uns heute gönnen. Es brummt ordentlich in dem kleinen Café, offensichtlich nutzen auch viele Einheimische den Feiertag, um hier frühstücken zu gehen. Zum Glück können wir unsere Bestellung abgeben, bevor die einfallende Truppe eines Tagesausflugs das Café komplett an den Rand seiner Möglichkeiten bringt. Wir lassen uns die Variationen englischen Frühstücks gut schmecken und auch der Kaffee ist ganz ausgezeichnet.
Anschließend schauen wir uns noch ein bisschen auf der Landzunge um. In geringem Abstand liegt eine schnuckelige kleine Insel, nur durch einen schmalen Wasserarm von uns getrennt. Die Insel ist privat, darauf befindet sich ein offensichtlich ziemlich exklusives Resort. An beiden Seiten des Ufers warten kleine Fähren, um bei Bedarf Gäste der Anlage zu befördern. Alles sieht sehr schön und sehr gediegen aus.
Unser Weg führt uns zu noch nach einem weiteren, empfohlenen Restaurant und Bar. Das „Boatshed“ ist fast ein Museum, mit vielem, alten nautischen Zubehör, Bildern und maritimem Sammelsurium, sehr gemütlich. Es gibt viel zu gucken und überraschend entdecke ich an der Wand zwischen einigen Großsegler-Fotos ein Foto der ersten „Alexander-von-Humboldt“, das ist ja toll. Das Schiff war tatsächlich Anfang der 2000er Jahr mal im Pazifik, nach seiner Kap Hoorn Umrundung. Allerdings bezweifle ich, dass es Aitutaki angelaufen hat.
Unter den Seglern im Hafen wird natürlich viel diskutiert, wann das beste Wetterfenster zur Weiterfahrt ist. Aktuell zieht gerade noch ein Starkwind Gebiet durch und die meisten von uns, auch wir, wollen am Mittwoch auslaufen. Nur unser Nachbar, der große Katamaran, läuft bereits Dienstag sehr früh aus. Blöderweise ist da gerade Niedrigwasser und er berichtet später, dass er mit dem einen Ruder irgendetwas Unterwasser touchiert hat. Zum Glück gab es wohl keinen nennenswerten Schaden. Allerdings hat der Kat nur 1,20 m Tiefgang, für uns ein deutlicher Hinweis, besser bei Hochwasser auszulaufen und sehr vorsichtig zu sein. MACARENAs Tiefgang beträgt 1,50 m und sehen kann man in dem trüben Wasser gar nichts.



