Port Maurelle und Drei-Höhlen-Tour

Port Maurelle und Drei-Höhlen-Tour

Sonntag 30.08.2026

Am Sonntag verholen wir uns in die Bucht „Port Maurelle“. Der Wind steht sehr günstig und wir genießen es, ganz entspannt unter Genua dorthin zu segeln. Port Maurelle ist eine sehr schöne, große Bucht und sehr gut geschützt vor allen östlichen Winden. Als wir näher kommen, zählen wir 8 Boote und eine sehr große Motoryacht, die weiter außen ankert. Wie so oft fragen wir uns, wo denn da wohl noch Platz für unseren Anker sein soll. Wir fahren weiter in die Bucht hinein, erkennen eine Menge bekannte Boote, die vorher auch vor Neiafu lagen. Und da hinten? Ist das etwa eine Mooring? NoForeignLand berichtet, dass es eine Mooring in der Bucht gäbe, das schauen wir uns mal genauer an. Gerade macht ein Dinghi an der Mooring fest, die Crew will von dort aus zu den Felsen schnorcheln. Wir fragen sie, ob dies eine echte Mooring ist und einer der Jungs taucht ab, um die Befestigung zu inspizieren. Ja, da liegt ein mächtiger Betonblock mit zuverlässig wirkenden Leinen daran. Die Jungs sind noch so freundlich, unsere Leine durch die Mooringleine zu ziehen und schon sind wir fest. Man kann ja auch mal Glück haben! Dies ist der Logenplatz in der Bucht, dicht an der Steilküste und nicht weit vom Strand.

Die Wassertiefe beträgt noch über 9 m, das Wasser ist sehr klar, man kann den Grund und eine Menge Fische sehr gut erkennen. Da will ich auch endlich mal wieder schnorcheln gehen. Mein erster Blick gilt dem Mooringblock und das Ergebnis ist sehr beruhigend, dann erkunde ich die nahegelegene Unterwasserwelt. Kurz hinter MACARENA finde ich eine wunderschöne große Koralle, die im hellen Licht von ganz vielen bunten Fischen umspielt wird, ein toller Anblick. Dichter unter Land begegnen mir noch einige „alte Bekannte“ aber ich entdecke auch Fischarten, die ich so noch nie gesehen habe. Dietrich möchte aktuell nicht schnorcheln, da er noch Probleme mit seinem Ohr hat.

Ein paar Tage später ankert Ulrika mit ihrer Island Packet 36 kurz hinter uns. Sie hat Besuch von einem Segelfreund bekommen und war zwischenzeitlich in der Werft, um das Antifouling zu erneuern. Wir laden die beiden auf ein Bier zu uns an Bord ein und verbringen einen sehr lustigen Abend mit vielen Erzählungen und Segelgeschichten.

Freitag, 04.09.2026

Gemeinsam mit Ulrika und Kevin machen wir uns gegen Mittag auf, die nahegelegenen Höhlen zu erkunden. Unser erster Besuch gilt der Höhle der Insel A´a, nach unseren Informationen kann man nur bei Hochwasser mit dem Dinghi in die Höhle hineinrudern.

Über die Höhle ist geschrieben, dass hier eine Fledermaus-Kolonie lebt. Wir rudern hinein, in dem steinernen Dom über uns leben eine Menge kleine Flattertiere. Allerdings entdecken wir nur kleine Schwalben, die ihre Nester unter die Höhlendecke gebaut haben. Hunderte Vögel wohnen hier, fliegen eifrig umher und durch den Eingang der Höhle hinein und hinaus. Wie Schwalben so sind, lassen sie dabei immer mal wieder was fallen. Aber wir haben uns gut vorbereitet und nicht nur eine Taschenlampe dabei, sondern auch Hüte auf dem Kopf.

Vor der Höhle fällt der Boden unter Wasser steil ab und wir schnorcheln mit den Dinghis im Schlepp um die halbe Insel. Das Wasser ist sehr klar und der Blick ca.  in die Tiefe faszinierend.

Dann geht´s weiter zu den beiden Höhlen am nördlichen Ende der Landzunge hinter Port Maurelle. Die eine dieser Höhlen heißt „Swallow Cove“ und ist eine allgemeine Touristenattraktion in der Gegend. Entsprechend sind mehrere Boote mit Touristen vor Ort. Wir gehen diesen erstmal aus dem Weg und erkunden die no-name-Höhle nebenan. Die Höhle ist oben offen, man schaut durch eine große Öffnung hinauf in die Bäume. Das sieht sehr schön aus und gleichzeitig ist die Höhle dadurch angenehm hell.

Das Wasser vor der Küste fällt so tief ab und ist recht wellig, so daß wir unser Dinghi nirgends verankern können. Also wechseln wir uns ab, einer bleibt im Dinghi und die andere schnorchelt in die Höhle.

In der „Swallow Cove“ schwimmt immer noch eine größere Gruppe der Touristen. Keiner interessiert sich wirklich für die Höhle, alle sind völlig darauf konzentriert, Fotos von einer „Meerjungfrau“ zu machen, die im Höhleneingang immer wieder abtaucht, um dann grazil aufzusteigen. Im Gegenlicht ein tolles Motiv (s. Beitragsbild). Das sind wohl sogenannte „Content-Creator“, wahrscheinlich ist die Höhle in den sozialen Medien ein „must-see“ in Vava´u. Wir sind ein bisschen genervt, da sich diese Gruppe auch ausgesprochen rücksichtslos verhält. Unseren Eindruck der Höhle beeinträchtigt dieser Massenandrang sehr. Wir sind das wirklich nicht mehr gewohnt nach den vielen einsamen Buchten.

Ach ja, Schwalben waren in der „Swallow Cove“ nicht zu sehen. Auch ihnen war hier wohl zu viel Touristen-Trubel, vielleicht sind sie ja umgezogen in die kleine Höhle, in der wir ganz zu Anfang waren?

Ich schnorchele noch ein bisschen über den Korallen vor der Höhle und plötzlich sehe ich einen großen Oktopus unter mir. Geschwind hangelt er sich mit lang ausgestreckten Armen über den Meeresboden. Ich kann ihn nur erkennen, weil er in Bewegung ist. Da kommt ihm ein Fisch in die Quere, der Oktopus erstarrt und passt sich so genau an die Umgebung an, dass er aussieht wie eine der Korallen. Eigentlich kann ich ihn nicht mehr erkennen, ich lasse die Stelle nicht aus den Augen und schließlich bewegt er sich weiter Richtung Küste. Im etwas flacheren Wasser erstarrt er wieder, als sich ein Fisch nähert. Diesmal bin ich so nah dran, dass ich erkennen kann, wie seine Haut nicht nur die Farbe der Korallen annimmt, sondern auch kleine „Stacheln“ ausbildet. Wirklich die perfekte Tarnung! Schließlich verschwindet der Oktopus in seiner nahegelegenen Höhle, ich bin sehr begeistert, dass ich ihn so lange beobachten konnte.

 

Wo kommen denn die ganzen Boote her?

Port Maurelle ist eine große Bucht, vor ein paar Tagen lagen in der ganzen Bucht nur drei oder vier Boote. Dann wurde es von Tag zu Tag voller, sicher auch, weil ein Starkwindfeld angekündigt war und die Ankerbucht sehr gut geschützt ist. Aber wir staunen doch sehr, als wir nun 16 andere Boote zählen. Das ist wirklich eine Menge und ein Großteil davon sind Katamarane der gleichen Marke. Wir hören, dass dies eine Round-the-world-Ralley der Marke ist und die Boote nun für eine Zeit Station in Vava´u machen. Oha, wir schauen auf No-Foreign-Land, auch in den anderen Buchten und vor allem vor Neiafu ist es mächtig voll geworden. Es sieht ganz so aus, als hätte sich die Anzahl der Boote im Vava´u mit Ankunft der Ralley verdoppelt.

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