Vorbereitung für Neuseeland

Vorbereitung für Neuseeland

17.09.2026
Zurück in Neiafu

Am Donnerstag kehren wir nach Neiafu zurück. Der Wind weht mit um die 20 Knoten aus SSO und wir freuen uns, unter Genua mal wieder flott segeln zu können. Die große Flotte der Katamaran-Ralley hat Vava´u vor ein paar Tagen verlassen und wir haben Glück, eine freie Mooring zu erwischen. Unsere Vorräte sind ziemlich erschöpft, wir nutzen die nächsten Tage für einen grundlegenden Einkauf und probieren auch ein paar fertige Tiefkühl-Mahlzeiten, die von örtlichen Küchen angeboten werden. Die Essen sind lecker und bieten eine willkommene Abwechslung in der Bordküche. Das sind unsere Test-Essen: Für die Überfahrt nach NZ wollen wir uns hier mit einigen Fertiggerichten verproviantieren, damit wir unterwegs nicht groß kochen müssen.

Haul-out  22. / 23.09.2026

Für die Einreise nach Neuseeland verlangt die „Biosecutity“ u.a. ein gut gereinigtes Unterwasserschiff und entsprechende Belege dafür. Natürlich haben wir den Unterwassersbereich immer wieder gereinigt, mit einigen Details tun wir uns jedoch schwer. Alle Ein- und Auslässe, besonders die beiden Einlässe mit den Gittern davor, Anoden, Propeller und auch der Seilschneider auf der Welle vor dem Propeller sind unter Wasser nicht so einfach zu reinigen. Außerdem müsste der Propeller wieder abgeschmiert werden. Also beschließen wir MACARENA beim Vava´u Boatyard noch einmal aus dem Wasser zu holen. Die Werft hatten wir uns bei unserer Inseltour mit dem Leihwagen bereits angesehen und alle Segler, die ihre Boote dort rausgeholt haben, haben sich sehr positiv über den Service geäußert.

Am Dienstage sind wir pünktlich um 14.00 Uhr vor der Werft und genauso pünktlich kommt die Werftcrew mit dem großen Transportwagen angefahren. Wir legen an dem kleinen Ponton an, gehen von Bord und beobachten das Schauspiel gebannt. Es ist jedesmal sehr spannend, wenn das Boot aus dem Wasser gehoben wird. Damit MACARENA exakt auf dem Transportwagen platziert werden kann, springen zwei der Werfties sehr engagiert in´s Wasser und bringen sie in die richtige Position. Als alles passt, setzt sich die große Maschine mit dem schweren Anhang langsam in Bewegung.

MACARENA wird langsam den Hang hinauf gezogen und mittig auf dem Werftgelände abgestellt. Die Männer arbeiten sehr konzentriert und sind super aufeinander abgestimmt. Jeder Handgriff sitzt und alle Tätigkeiten greifen ineinander. Binnen kurzer Zeit steht MACARENA abgestützt auf der Wiese.


Der Rumpf sieht eigentlich noch sehr sauber aus, aber für die Ansprüche der neuseeländischen Biosecurity reicht es eben doch nicht. Winzig kleine Seepocken und einige Entenmuscheln haben sich an geschützten Plätzchen versteckt. Dagegen hilft der Soft-wash mit dem Kärcher, hinfort mit dem Getier.

Nachdem der Rumpf gekärchert ist, machen Dietrich und ich uns über Anoden, Bugstrahlruder, Propeller und die Rumpfdurchlässe her. Mit groben und feinen Bürsten und auch noch ein bisschen Essig zur Unterstützung.

Bugstrahlruder vor der Wäsche und danach.

Kurz bevor es dunkel wird, beschließen wir, das es für heute reicht. Wir sind ziemlich geschafft und ebenso dreckig. Nicht weit entfernt von unserem Platz ist das Sanitärhäuschen mit warmer Dusche und sauberen Toiletten, sehr gut! An Bord zu leben, wenn MACARENA an Land steht, fühlt sich immer komisch an. Für das Abendessen haben wir es uns leicht gemacht und Pizza mitgebracht, die wir nur in der Pfanne wieder heiß machen müssen. Dann noch ein Feierabendbier und wir gehen ziemlich früh in´s Bett.

Am nächsten Morgen inspizieren wir unser Werk bei Licht und arbeiten an ein paar Stellen noch mal nach. Dietrich schraubt die gereinigten Anoden und das Bugstrahlruder wieder an. Mit Unterstützung der Werft wird der Propeller geschmiert und der Außenborder bekommt frisches Öl. Dann müssen wir das saubere Unterwasserschiff noch mit Fotos und Videos für die Biosecurity dokumentieren.


Der Rumpf sieht wieder gut aus
Auch in dem Spalt zwischen Rumpf und Ruder darf sich kein Bewuchs mehr finden.

Ruderlager und Seilschneider sind wieder sauber.

Nach dem Mittag werden beim Umsetzen von den Stützen auf den Transportwagen noch die Bereiche unter den Auflagen gereinigt und dann geht´s zurück in´s Wasser. Aufgrund der wechselnden Wasserstände muß die Werft sich mit dem Ein- und Auswassern nach den Tidenzeiten richten. MACARENA wurde am Dienstagnachmittag bei Hochwasser aus dem Wasser geholt und kommt am Mittwochnachmittag sauber wieder zurück. Wir sind sehr zufrieden mit der Arbeit der Werft und ganz besonders mit der freundlichen und zugewandten Art der beiden Inhaber. Alle Aufgaben wurden kompetent, schnell und sehr freundlich erledigt. – Das war nicht bei allen Werften so, die wir mit MACARENA besucht haben.

Wir fahren zurück nach Neiafu und suchen nach der Mooring, die zur Werft gehört und die wir sicherheitshalber ab heute Nachmittag reserviert haben. Tatsächlich liegt ein anderes Boot an der Mooring. Wir machen sie drauf aufmerksam, dass die Mooring für uns reserviert ist und ohne jegliches Murren verlassen sie die Mooring sofort. Hm, da hatten sie wohl doch gelesen, dass da unser Name dran stand…

Letzte Tage vor Neiafu

Da unser Unterwasserbereich jetzt so schön sauber ist, wollen wir diesen Zustand nicht dadurch gefährden, dass wir zulange an einer Stelle liegen. Daher entscheiden wir uns, doch nicht an der Vava´u Segelwoche teilzunehmen. Die nächsten Tage nutzen wir zum Einkauf, Wäsche zum Waschen abgeben und auch um unsere bestellten „Provisioning“ Vorräte abzuholen. Für das Wochenende ist ziemlich garstiges Regenwetter mit viel Wind vorhergesagt, da bleiben wir noch hier. Aber für Anfang nächster Woche wird uns ein kleines Wetterfenster mit Ostwind versprochen, dass wollen wir nutzen, um zu der südlicheren Inselgruppe Tongas, Hapaai zu verholen.

Zwischendurch laufen wir auch noch mal zur großen Pier, das liegt für ein paar Tage die Bark „Europa“.

Das holländische Schiff ist 115 Jahre alt und natürlich interessieren mich Rahsegler immer. Da sie nur sehr kurz in Vava´u liegen, haben sie eine Menge Wartungsarbeiten zu erledigen und wir bekommen leider keine Möglichkeit, das Schiff zu besichtigen. Wir schnacken nur ein bisschen über die Pier mit ein paar Crewmitgliedern und bestaunen pfiffige Details an den Brassblöcken.

In den letzten Tagen freuen wir uns noch mal über etwas Sonne und genießen es, noch mal essen zu gehen
 


Überfülltes Dingi-Dock am Restaurant Mango

Schließlich klarieren am Montag für „inner-Island“ in Neiafu aus. Das ist unkompliziert, dauert jedoch ein bisschen, da mehrere Boote wohl auf dasselbe Wetterfenster plieren wie wir. Auf dem Rückweg besorgen wir noch frisches Obst und Gemüse auf dem Markt und dann ist sowohl unser Kühlschrank als auch die Tiefkühltruhe bis obenhin gefüllt.

Am Nachmittag verholen wir an eine Mooring vor Falevai, unweit von Port Morelle. Hier ist es hübsch und bei östlichen Winden auch sehr geschützt. Gleichzeitig haben wir von hier aus eine gute Ausgangsposition für den Trip nach Haapai.

Die Kommentare sind geschlossen.