Inseltour Vava´u

Inseltour Vava´u

Sonntag, 23.08.2026

Nun, dass hatten wir uns nicht so vorgestellt, sobald wieder in Neiafu zu sein. Aber das Wetter sieht auch für die kommenden Tage eher ungemütlich aus. Da nutzen wir die Gelegenheit, ein Auto zu mieten und einen Tag über die Insel zu fahren. Als erstes fahren wir zu der nahegelegenen Bootswerft, die wir uns gerne anschauen und holen uns ein Angebot für die Reinigung des Unterwasserschiffs vor der Überfahrt nach Neuseeland. Es ist eine sehr kleine Werft, die aber einen recht guten Eindruck auf uns macht.


Neben dem Anleger der Werft finden wir ein kleines, sehr uriges Bootchen.

Als nächstes Ziel fahren wir zum Mount Tala Nationalpark, der Berg ist mit 131 m die höchste Erhebung der Insel und nachdem man eine beachtliche Anzahl steiler Stufen bewältigt hat, bietet der Aussichtspunkt einen tollen Blick über die Insel und besonders auf das Mooringfeld vor Neiafu (s. Beitragsbild). Zwischen ein paar Regenschauern fahren wir über schmale Straßen in den Norden der Insel.

Auf unserem Weg liegt der kleine Flughafen, da schauen wir gleich mal vorbei. Die Straßen sind nur zum Teil asphaltiert und führen durch relativ wild anmutende Plantagen, im Wesentlichen mit Taro, Bananen, Ananas und natürlich Kokospalmen. Es gibt keine Ortsschilder, die Dörfer kündigen sich jeweils durch ein erhöhtes Vorkommen von Schweinen am Straßenrand an. An der Nordküste der Insel finden wir zwei weitere Aussichtspunkte mit spektakulärem Blick über die Steilküste. Tief unter uns sehen wir zwei Boote auf Waltour und können tatsächlich mehrere Blas und Rücken von Walen sehen.

Unsere weitere Fahrt führt uns über die Inselmitte in den Südosten, hier ist ein botanischer Garten verzeichnet. Vor Ort stellen wir fest, das die Besichtigung des botanischen Gartens wohl nur nach Voranmeldung (und ggfs. in Gruppen) möglich ist. Schade, aber wir werden mehr als entschädigt von der anschließenden tollen Bucht mit einsamem Traumstrand. Es gibt eine Art Restaurant, oder zumindest eine Dame, die uns freundlich mit einem Getränk bewirtet. Dafür dürfen wir uns Stühle auf den Strand stellen und genießen diese unwirklich schöne, einsame Bucht. Draußen rollen große Wellen heran und brechen tosend am vorgelagerten Riff, dahinter erstreckt sich eine bei Niedrigwasser völlig geschützte Lagune vor dem sandigen Strand. Hätten wir Badesachen dabei, würden wir wohl mal hineinhüpfen, aber damit haben wir heute gar nicht gerechnet.

Ein Stückchen weiter beobachten wir dann zwischen den Mangroven ein Schwein und einen Reiher einträchtig bei der gemeinsamen Suche nach einem Muschel-Snack im flachen Wasser.

Wir fahren weiter und suchen nach der „Kilikilitefua Wall“. Schon der Name allein macht neugierig und die „Kilikilitefua Wall“ ist auch als historische Sehenswürdigkeit Vava´us ausgeschildert. Zumindest reicht die Beschilderung bis in das Dorf davor, wo genau die Sehenswürdigkeit dann tatsächlich ist, müssen wir suchen. Google zeigt uns die Richtung, jedoch keinen Weg dahin, genauso wenig gibt es eine Beschreibung, was die „Kilikilitefua Wall“ denn wohl ist… Aber wir finden einen Weg und bald stehen wir vor einer fast zugewachsenen Mauer. Über hunderte von Jahren kamen die Familien der Insel hierher, um anläßlich der Geburt des ersten Sohnes einen Lavastein abzulegen. Über die Zeit ist eine lange Mauer aus Lavasteinen entstanden, die heute jedoch von üppiger Vegetation weitestgehend überwuchert ist. Das ist ein schöner Brauch und diente wohl früher zugleich als eine Art „Microzensus“.

Damit schließt sich der Kreis unserer Inselrundreise, voller Eindrücke genießen wir eine kleine Stärkung im „Mango“-Restaurant, wo wir unser Dinghi während des Ausflugs lassen durften.

Für die nächsten Tage ist richtig Schietwetter angesagt, mit viel Regen und Wind im Mittel bei 30 Knoten und Böen bis 38 Knoten. Da sind wir sehr froh über die geschützte Bucht und bleiben wir mal schön an Bord, auch das Dinghi fahren macht bei solchem Wetter keinen Spaß. In der Nacht hören wir dann so etwas wie Hagel – nur, von der falschen“ Seite, nämlich von unten am Rumpf. Was ist das denn? Immer wieder trommelt es von unten an den Rumpf, richtig laut. Anschließend hören wir draußen das laute Rauschen eines springen Fischschwarms auf der Flucht. Aha, um uns herum wird heftig gejagt, die kleinen Fische haben sich wohl unter MACARENA versteckt und dotzen auf der Flucht panisch unter unseren Rumpf. Das haben wir so noch nie gehört.

Zwei Tage verschanzen wir uns sozusagen unter Deck und freuen uns, wenn wir zwischendurch mal für ein Stündchen im Cockpit sitzen können. So geht es auf allen Booten rings um uns herum, Niemand zu sehen. Als das Wetter wieder besser wird, kehrt das Leben zurück und plötzlich flitzen von allen Seiten wieder Dinghis über die Bucht. Wir nutzen den schönen Abend, um uns noch mal mit Deb und Ken von der „Arvonna“ zu treffen und essen zu gehen. Das wird wieder ein sehr schöner, unterhaltsamer Abend. Demnächst heißt es Abschied nehmen. Die beiden wollen in den nächsten Tagen nach Fiji segeln und dort für die Zyklon Saison bleiben.

Die Kommentare sind geschlossen.