Seenotfall in der Marina

Seenotfall in der Marina

Samstag, 11.07.2026

Kurz nachdem wir von unserem Ausflug nach Savaii zurückgekehrt waren, ist uns aufgefallen, dass auf dem kleinen, offenen Motorboot neben uns regelmäßig die Bilgepumpe anspringt. Ca. alle 30 Minuten pumpt sie in einem ordentlichen Strahl Wasser außenbords. Da offensichtlich ist, dass die Batterie an Bord nicht geladen wird, ist auch klar, dass die Pumpe in absehbarer Zeit ihren Dienst quittiert, sobald die Batterie leer ist. Also informieren wir die Marina darüber, mit der Bitte, den Eigner zu informieren. Nix passiert.
Samstagmittag fällt mein Blick zufällig in das Boot und ich sehe mit Schrecken, dass der Wasserstand im Boot bereits ziemlich hoch ist, offensichtlich ist die Pumpe nun ausgefallen.

Dietrich aktiviert unsere externe elektrische Tauchpumpe, ich binde das Boot mit einem festen Tampen ganz kurz am Steg an und informiere die Marina über die Situation. Wir sind ziemlich schnell, alles geht innerhalb von ca. 4 Minuten über die Bühne. Leider sind unsere Bemühungen vergebens, immer mehr Wasser läuft in das Boot und es sinkt mit beängstigender Geschwindigkeit.

Nun hat die Marina unsere Infos wohl ernst genommen und binnen kurzem stehen einige Leute auf dem Steg und rätseln, wie es denn dazu nun kommen konnte… Ein paar Mitarbeiter der Marina (oder Beauftragte des Eigners) versuchen, das Heck höher aus dem Wasser zu ziehen. Binnen kurzem wird klar, dass dies ein vergeblicher Versuch war. Das Boot ist nun fast völlig untergetaucht und hängt im Wesentlichen an der Leine, mit der ich es kurzstag am Steg befestigt hatte. So bleibt es erstmal über´s Wochenende hängen. Es ist ein trauriger Anblick. Nur ein paar kleine Fische nutzen die Situation aus und schwimmen recht fröhlich in dem Boot herum.

Montag Vormittag kommt dann eine drei-köpfige Bergungscrew mit Tauchausrüstungen. Sie bringen Schwerlastgurte am Steg und unter dem Boot an und nutzen ein großes (200 lit) Faß, um dem Boot Auftrieb zu verleihen. Dafür drücken sie das Faß erst unter Wasser, um es dann mit Preßluft aus den Tauchflaschen zu füllen. Den Vorgang wiederholen sie mehrmals, indem sie das Faß an verschiedenen Stellen des Bootes befestigen und es so Stück für Stück anheben. Das ist ein mühsames Geschäft und kostet eine Menge Kraft. Doch die Stimmung der Bergungscrew bleibt sehr fröhlich und entspannt und mit jedem Einsatz des Fasses kommt das Boot ein Stück höher und sie können es neu am Steg befestigen.

Nach rund 6 Stunden Arbeit kommt das Heck so weit an die Wasseroberfläche, dass kaum noch Wasser in das Boot läuft und sie nun endlich ihre mobile große Pumpe einsetzen können. Wow, nun geht es gut voran, sie können das Boot leer pumpen und endlich schwimmt es wieder.

Während wir noch rätseln, was jetzt mit dem Boot passieren wird, kommt die Bergungscrew mit einem größeren Boot vorbei, nimmt unseren kleinen Nachbarn längsseits und schleppt ihn ab.

 

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