Polynesische Kultur in Samoa
Dienstag, 23.06.2026: Dinner, Fire and Dance
Dienstagabend gehen wir zu einer „local Dinner and Show“ -Veranstaltung auf dem zentralen Gelände hinter dem „Samoa Cultural Village“. Ein großes Zeltdach spendet Schatten und schützt vor Regen, an langen Tischreihen können rund 250 Leute sitzen. Wir schauen uns vorab ein bisschen auf dem Gelände um und schnuppern schon mal den Essensduft. Im Zelt werden zwei große Reihen Büffet aufgebaut, es gibt eine sehr große Auswahl an samoanischen Gerichten: Fisch, Schweinefleisch, Hühnchen, Taro, Reis, Salate und verschiedene lokale Gemüse.
Als Teller erhalten wir einen geflochtenen Korb aus Palmblättern, der zwecks besserer Dichtigkeit mit einem Bananenblatt ausgekleidet wird. Funktioniert hervorragend! Alles ist super lecker und wir schaffen es gerade so, von allem eine kleine Portion zu probieren, bis wir pappsatt sind.
Nach dem Essen beginnt eine Show mit traditionellen Tänzen, die in eine Feuer-Jonglage und Tanz übergehen.
Das Ganze wird begleitet mit einige Erzählungen zur Geschichte Samoas und seiner Kultur. Die Tänzerinnen und Tänzer sind alle sehr engagiert und legen sich mit Spaß in´s Zeug. Samoa veranstaltet jährliche Wettkämpfe für die Feuerjonglage, bereits Kinder und Jugendliche üben eifrig dafür.
Samoa Cultural Village
Zwei Tage später schauen wir uns vormittags noch die Darbietungen im „Samoa Cultural Village“ an. Die Samoa Tourist Authorities organisieren unter der Woche jeden Vormittag Vorführungen traditioneller Künste. Eingestimmt mit musikalischer Untermalung zeigt eine sehr nette Dame, wie die traditionellen Ess-Körbe aus Blättern der Kokospalme geflochten werden.
Dazu bekommt jeder Teilnehmer zwei Abschnitte mit Blättern und darf sich unter ihrer geduldigen Anleitung einen Korb flechten, der später als Teller genutzt wird, um das samoanische Essen zu verkosten. Wir stellen fest, dass das Körbchen auch einen ganz kleidsamen Kopfschmuck abgibt.

Die nächste Station im Park ist ein Dach, unter dem in einem großen Feuer bereits Lavasteine erhitzt wurden. Nun schieben die Männer das brennende Holz zur Seite und bereiten auf den heißen Lavasteinen das traditionelle Essen vor. Dieser Erdofen wird Omu genannt, so ähnlich hatten wir das Garen bereits auf Maupiti erlebt. Einer der Männer erklärt außerordentlich unterhaltsam und lustig, welche Zutaten sie auf die Steine legen. Im Wesentlichen gibt es Taro, Bananen und Fisch. Das Ganze wird mit einer Lage heißer Steine und Blättern bedeckt.
Während das Essen vor sich hin gart erzählt uns eine Dame einiges über die traditionelle Holzbearbeitung und Schnitzkunst und führt uns dann zum nächsten Dach, unter dem zwei Tätowierer bei der Arbeit sind. Hier dürfen wir nicht fotografieren, sie tätowieren ihre Kunden in der traditionellen Weise, für mein Empfinden sieht es durchaus schmerzhaft aus. Die samoanischen Tattoos beinhalten bei den Männern sehr große schwarze Flächen, entsprechend häufig stechen die Tätowierer zu. Bei unseren heutigen Guides sind neben Armen, Beinen, Hüften auch die Bauchnabel mit einem individuellen, viereckigem Tattoo versehen.
Als wir schließlich wieder unter dem großen Dach vom Anfang angelangt sind, wird dort das mittlerweile fertig gegarte Essen aus dem „Omu“ verteilt. Es ist sehr schmackhaft, besonders der Fisch ist super-saftig.
Zum Abschluß der Präsentationen gibt es noch eine kleine Tanzshow mit Live-Musik. Natürlich ist die gesamte Vorführung eine regelmäßige Veranstaltung für Touristen, jedoch haben wir den Eindruck, dass allen MitarbeiterInnen sehr daran gelegen ist, ihre Kultur zu vermitteln und das sie Freude daran haben. 
Wir bedanken uns vielmals bei unseren heutigen Guides, die wirklich einen sehr guten Job gemacht haben und uns einen guten und Einblick in die Geschichte und authentische Kultur Samoas gegeben haben. Es gibt auf Samoa so gut wie keine Industrie und daher nicht viele Jobs in unserem westlich-europäischen Sinne. Entsprechend finden wir es sehr gut, das diese Kulturstätte mit staatlichen Mitteln gebaut, unterhalten und mit buntem Leben gefüllt wird. So wurden eine ganze Anzahl sinnvolle Jobs geschaffen.
Samoanischees Kunsthandwerk, ausgestellt im Veranstaltungsbau, der nach traditioneller Architektur und Bauweise errichtet wurde:
Samoa ist ein sehr kleines Land, die Gesamt-Bevölkerung beträgt nur rund 220.000 Menschen. Viele SamoanerInnen arbeiten in Neuseeland, welches aufgrund seiner Geschichte eng verbunden ist und Samoa weiterhin unterstützt. Außerdem sehen wir einige Hinweisschilder auf Gemeinschaftsprojekte mit Japan und China. Die deutsche (Kolonial-) Geschichte auf Samoa war nur ein kurzes Intermezzo von 1900 bis 1914. Viele der Einheimischen erzählen uns, dass sie deutsche Wurzeln haben und manche Nachnamen klingen eigentümlich vertraut.







