Neiafu, das Herz von Vava’u
Wir erkunden Neiafu
Montag fahren wir als erstes mit dem Dinghi zu Customs, um uns hier anzumelden. Das ist sehr unkompliziert, wir geben unseren Ausreise-Zettel von Niuatoputapu ab, unsere Ankunftszeit wird darauf notiert und das war´s auch schon. Als nächstes schlendern wir über den Obst- und Gemüsemarkt, freuen uns über ganz tolle Tomaten sowie eine gute Auswahl an Obst und Gemüse und erkunden dann noch das Café „Tropicana“ im Ort. Auch der örtliche Trans Ocean Stützpunkt befindet sich im Café „Tropicana“ und wird von Greg Just als Stützpunktleiter betreut. Diese Stützpunkte dienen weltweit als Anlaufstelle für Segler, die Hilfe und/oder Unterstützung benötigen. Einen großen Dank an alle Trans Ocean Stützpunktleiter! Auch wir sind Mitglieder bei Trans Ocean und führen den Wimpel unter der Backbordsaling.
Am Dienstag fahren wir wieder in´s „Tropicana“, geben unsere Wäsche zum waschen ab und frühstücken in der Zeit auf der Terrasse. Dann drehen wir eine weitere, größere Runde durch den Ort. Im Vergleich zu Niuatoputapu herrscht geradezu großstädtisches Treiben, auch wenn der Ort nur rund 3.500 Einwohner hat. Es gibt mehrere Cafés, zwei Banken, sowie eine Menge kleiner chinesischer Läden, die alle das gleiche Sortiment anbieten. Aber auch einen Hardware-Store, Supermarkt, mehrere kleine Bäckereien, einen Yachtshop und einen Laden mit Motoren-Zubehör. Die Häuser sind zumeist zweistöckig und in relativ großen Abständen in Gärten gelegen. Insgesamt wirkt der Ort weitläufig, nur an der Haupt-Verkehrsstraße gibt es ein bischen Gedränge, aber dafür ist es ja eben die Hauptstraße. Hier kann man es gut aushalten:
Das Wetter ist heute deutlich besser als die letzten Tage, die Sonne scheint, aber es ist relativ windig. Für die Rückfahrt mit dem Dinghi zu MACARENA haben wir uns anscheinend eine besonders böige Zeit ausgesucht. Immer wieder schlagen die Wellen gegen die Bordwand und wir werden von der Gischt geduscht. Dietrich versucht im etwas geschützteren Bereich unter Land zu fahren und im möglichst günstigen Winkel zu den Wellen aufzukreuzen.
Für den Abend verabreden wir uns mit Colin im Restaurant „Mango“. Colin liegt ein paar hundert Meter weiter vorne im Mooringfeld und hat auch eine Island Packet. Mit Island Packet-Eignern gibt es immer viel zu erzählen und zu vergleichen. Colin ist Brite und Einhand unterwegs, er ist bereits zum zweiten Mal in Tonga und hat die letzte Cyclon-Season in Neuseeland verbracht. Während wir da sitzen und erzählen läuft im letzten Licht eine weitere Island Packet ein und macht an einer Mooring fest. Ach, da können wir ja ein echtes Island-Packet-Tonga-Meeting machen. Das wollen wir für die nächsten Tage mal organisieren.
Mittwoch fahren wir dann als erstes bei der neuen Island Packet vorbei. Die Skipperin Ulrika ist in Schweden aufgewachsen, hat dann einige Jahrzehnte in Kanada gelebt und ist wie Colin auch Einhand unterwegs. Sie freut sich über unseren Besuch und über die Idee des Island-Packet-Meetings. Wir fahren weiter, um einen Anbieter für Wal-Touren zu suchen. Viele Informationen zu den Möglichkeiten vor Ort gibt es bereits auf „No-Foreign-Land“, aber in der Realität sieht es dann doch immer noch mal anders aus, bzw. man muß erstmal den richtigen Weg finden und die Leute dann auch tatsächlich erreichen. Vieles ergibt sich doch eher zufällig. Heute haben wir Glück, „Beluga-Diving“ hat einen Dinghi Anleger und wir treffen jemanden im Büro an. Der Inhaber ist Niederländer und erzählt uns einiges zu den Waltouren. Hm, klingt gut. Ein einziger Termin ist noch frei, in knapp zwei Wochen. Wir können es uns überlegen, sollten aber nicht zu lange mit der Entscheidung warten, es ist tatsächlich alles sehr ausgebucht.
Na gut, wir überlegen uns das nochmal. Erstmal suchen wir noch nach einem kleinen Provisioning-Store, die Tiefkühlware und selbst-zubereitete, fertige Gerichte anbieten. Das haben wir von einigen Seglern gehört und auch schon gelesen. Offensichtlich haben sich hier mehrere Take-aways darauf spezialisiert, dass Segler (z.B. für die Überfahrt nach NZ) gerne ein paar fertige Mahlzeiten im Tiefkühler haben. Tatsächlich finden wir ein paar Dinge, die lecker klingen und die wir gerne mal probieren und mitnehmen.
Danach führt uns unsere heutige Dinghi-Tour noch mal in den Ort. Wir müssen noch Müll wegbringen und zum Geldautomaten. Tatsächlich können wir nur an sehr wenigen Stellen mit Karte zahlen, dann jedoch immer mit 4 % Aufschlag. Da läppert sich mit der Zeit auch einiges zusammen, also zahlen wir lieber bar.
Nachdem wir schon so viel erledigt haben, verabreden wir uns mit den beiden anderen Island-Packets und stärken uns mit einem kleinen Mittags-Snack im „Mango“-Restaurant. Hier treffen wir drei Däninnen, die offensichtlich gerade von einer Wal-Tour mit Beluga-Diving zurückkommen. Wir fragen, wie´s denn so war und bekommen begeisterte Antworten. Ah, zufriedene und begeisterte Kunden sind natürlich immer die beste Werbung. Also fahren wir noch mal bei Beluga-Diving vorbei und buchen unsere Wal-Tour.
Am Donnerstagabend fahren wir gemeinsam mit Ulrika in´s „Mango“. Neben dem Austausch über das Segeln und die Boote erzählt sie einiges von ihrer Zeit in Kanada. Das ist sehr interessant und gleichzeitig hören wir den Unterschied heraus, dass sie eben europäische Wurzeln hat und das Leben in Kanada und den USA mit europäischen Standards vergleicht und misst.





