Überfahrt nach Colon

Überfahrt nach Colon

Am Donnerstag, 27.02.2025 machen wir uns dann früh morgens auf den Weg nach Colon. Nach anfänglichem kurzen Regen freuen wir uns dann über stetigen Nordwind mit rund 4 Beaufort, der uns gut voran bringt. Offensichtlich haben mehrere Yachten sich heute für die Überfahrt nach Westen entschieden, auf jeden Fall gibt es fünf „Mitbewerber“. Natürlich kommt sofort ein gewisser Ehrgeiz auf und wir freuen uns, dass wir uns in dem „Regattafeld“ gut behaupten und mehrere andere Boote langsam aber stetig einholen. Als wir die „Isla Grande“ vor der „Punta Manzanillo“ runden, ändert sich an diesem Kap der Wind und schläft deutlich ein. Wir sind jedoch so gut in der Zeit, dass wir auch mit dem verbleibenden, schwachen Wind an der ursprünglich als heutiges Zwischenziel angepeilten „Marina Linton“ vorbei und bis kurz vor die Bucht von Portobello segeln können.

Hier fällt unser Anker direkt vor der alten Festung „Fuerte de San Fernando“ aus dem 18. Jahrhundert. Portobello war unter der spanischen Herrschaft ein ganz zentraler Hafen, von dem aus die Gold- und Silberflotten aus aufgebrochen sind. Kein Wunder, diese Bucht ist riesig und sehr gut geschützt.

Wir freuen uns, dass MACARENA ganz ruhig liegt, es gibt keine Wellen, die schaukeln und keinen Wind, der im Rigg pfeift. Es ist so unglaublich ruhig, das wir erst jetzt merken, wie sehr wir uns in den letzten Wochen an das permanente Brandungsrauschen gewöhnt hatten. Jetzt ist einfach nur Stille zu hören, fantastisch! Hin und wieder hört man in der Stille Geräusche von den anderen Booten. Und kurz nach der Dämmerung beginnt eine ausgedehnte Kommunikation der Brüllaffen im dichten Wald an Land. Wow, alle Achtung, die tragen den Namen Brüllaffen zu Recht.

Diese ruhige Bucht wirkt so entspannend, dass wir gerne noch geblieben wären, aber wir haben ja einen Termin in Colon. Daher nehmen wir am nächsten Morgen ein bisschen schweren Herzens schon wieder Abschied von Portobello und segeln nur unter Genua Richtung Colon. Das sind nur noch rund 20 Sm.

Bereits nach kurzer Zeit schälen sich die Silhouetten der ersten großen Frachter aus dem Dunst. Je näher wir kommen, desto mehr Schiffe zählen wir. Dies ist ein großes Ankerfeld von Schiffen, die auf die Passage des Panamakanals warten. Wir segeln mit ausreichend Abstand hindurch und fühlen uns sehr klein.

Danach erkennen wir landseitig bereits die Ladekräne von Colon und voraus noch viel mehr Schiffe. Allerdings liegen die allermeisten fest. Nur ein Frachter läuft aus der Durchfahrt durch die weitläufigen Wellenbrecher, die die gesamte Bucht abriegeln, aus. Wir rollen die Genua weg und laufen unter Maschine durch die Einfahrt in den geschützten Teil hinter den Wellenbrechern ein.

Voraus sehen wir schon die vielen Masten der Yachten in der „Shelter Bay Marina“.  Über Funk melden wir uns an und bekommen vom freundlichen Dockmaster einen Liegeplatz zugewiesen. Etappenziel erreicht.

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