
Bequia
Freitag, 20.01.2023
Union Island / Chatham Bay – Port Elizabeth / Bequia
Anker auf, heute geht es weiter gen Norden! Es weht ganz ordentlich, mit den im Passat üblichen rund 20 Knoten Wind. Für heute war die Windrichtung tendenziell östlicher angesagt, die letzten Tage war es vorrangig Nordost. Mit einem Kreuzschlag kommen wir vor die Südwest-Ecke von Mayreau, ein weiterer Kreuzschlag bringt uns vor die nächste Insel, Canouan. Durch einen glücklichen Winddreher im Lee der Insel können wir unseren Kurs durch die im Weg liegende Felsgruppe nördlich der Bucht absetzen und haben dann freien Seeraum für einen langen Schlag bis Bequia. Der Wind weht aus ENE, Macarena läuft hart am Wind, so manche Welle schickt uns einen ordentlichen Guß über Deck und auch über die Sprayhood. In Lee von Bequia kreuzen wir die fehlende Höhe gen Osten auf. Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir die „Admirality Bay“, die große Ankerbucht auf der Westseite von Bequia. Wie erwartet, liegen hier eine Menge Segelyachten vor Anker. Und die „Stad Amsterdam“ ein sehr traditioneller Großsegler-Nachbau, ein Vollschiff mit Rahen an allen 3 Masten. Sehr schön anzusehen!
Ein Mooring-Man zeigt uns eine freie Mooring, hilft uns beim festmachen und kassiert. Quittung? Nö. Na gut, die Bucht ist sehr voll, zum ankern wäre so weit innen in der Bucht kein Platz mehr; dann ist eine Mooring eine gute Alternative. So haben wir es mit dem Dinghi nicht so weit zum Ort.
Samstag, 21.01.2023
Port Elizabeth / Bequia
Schon während des Frühstücks gibt es einiges zu sehen. Die „Stad Amsterdam“ lichtet den Anker und legt mit Segelhilfe ab. Bei uns kommt ein Mann auf einem kleinen Boot längsseits und bietet sich als Arbeitskraft an, wenn wir was am Boot zu reparieren oder zu streichen hätten. Haben wir nicht, aber wir plaudern ein bischen und dann stellt sich heraus, dass er auch Getränke liefert. Plötzlich öffnen sich an dem kleinen Boot diverse Backkisten und Luken und er bietet Wasser, Cola (normal oder kalorienarm), Bier und Rum an. Außerdem Küchenpapier, Toilettenpapier und wohl noch eine Menge mehr Dinge, die keine Kühlung benötigen. Wir staunen über seine Vorräte, finden die Geschäftstaktik sehr interessant und kaufen Wasser und Cola bei ihm. Das brauchen wir schon mal nicht zu schleppen.
Am Nachbarboot beobachten wir interessiert, das es von einem Motorkatamaran aus betankt wird. Ein alter Holzkatamaran ohne Mast, leuchtend gelb gestrichen, mit Außenborder und jede Menge Staufläche für Fässer mit Diesel und Wasser. Außerdem bietet er auch einen Wäschereidienst an. Das trifft sich gut, wir winken ihn heran und übergeben ihm unsere prall gefüllten Wäschetaschen. Das klappt ja gut hier, da haben wir ja schon eine ganze Menge von unserer heutigen to-do-Liste erledigt.
Die letzten Tage hat unser Wifi den Dienst versagt. Das, was wir als Flatrate für einen Monat gekauft hatten, war wohl doch keine echte Flatrate, die Daten sind alle. Zwar haben wir die Digicel-App, aber das Aufladen von Guthaben funktioniert nicht so, wie es sollte. Wir setzten mit dem Dinghi über und machen an dem zentralen Welcome-Dock vor dem kleinen Ort fest.
Hübsch ist es hier, alles sehr liebevoll und schön gestaltet in karibisch leuchtenden Farben. Hinter dem Anleger verläuft die Palmen-gesäumte Hauptstraße mit sehr wenig Verkehr, alles sehr entspannt.
3 Häuser weiter finden wir auch schon den Digicel-Laden. Analog zur deutschen Telekom in Magenta-Farben, sogar mit einer farblich perfekt abgestimmten, üppig in Magenta blühenden, riesigen Bougainville vor dem Eingang. Hier können wir Guthaben aufladen und sind wieder online.
Die Straße längs gibt es viele kleine Läden, einfache Stände oder Autos, die Obst und Gemüse verkaufen. Wir finden auch einen Supermarkt, schauen uns noch ein wenig um und nehmen einen Mittagssnack in einem kleinen Restaurant in der ersten Etage neben der „Telekom“. Von dieser etwas erhöhten Position aus hat man einen wunderbaren Blick über die große Bucht.
Sonntag, 22.01.2023
Port Elizabeth / Bequia
Mit dem Dinghi machen wir einen kleinen Ausflug an den „Princess Margret Beach“ am Rande der Ankerbucht. Eine coole Bar am Strand hat einen perfekten Anleger für Dinghis, das ist ein sehr überzeugendes Argument, diese Bar für einen kleinen Nachmittagssnack zu besuchen.
Zur einen Seite erstreckt sich ein sehr schöner Strand, der landseitig dicht mit Bäumen bewachsen ist und dort einen breiten schattigen Saum bietet. Im Schatten bieten verschiedene kleine Strandbars und Hütten Drinks und Souvenirs an oder vermieten Strandliegen. Offensichtlich ist dieser Strand auch ein sehr beliebter Sonntags-Ausflugsort für die Einheimischen, in den schattigen Bereichen haben es sich viele Familien gemütlich gemacht. Am ganzen Strand herrscht eine sehr entspannte Atmosphäre und Miteinander Menschen verschiedenster Herkunft.
Zur anderen Seite der Bar erstreckt sich der „Princess Margret Walk“, ein kleiner Weg, der teilweise als Holzsteg über das Wasser gebaut ist und sich unter der Steilküste dahin windet. Mehrere Treppen führen in die Höhe und man gelangt über den Hügel zum nächsten Strandabschnitt. Von oben erschließt sich nicht nur ein toller Blick über die Bucht, auch der Blick durch die dichte Vegetation und direkt die Steilküste hinab ist spektakulär.
Auf dem Rückweg fahren wir bei der anderen Island Packet vorbei, die wir vor dem „Princess Margret Beach“ entdeckt haben. Es ist „Bonnie“, eine große 485er mit Mittelcockpit, die wir in der Marina St. George´s auf Granada bereits einmal gesehen haben. Wir sagen kurz hallo und lernen John und Melissa kennen.
Montag, 23.01.2023
Port Elizabeth / Bequia
Heute geht es zur Immigration, wir können hier für den Staat „St. Vincent and the Grenadines“ ausklarieren, die Insel St. Vincent im Norden wollen wir nicht mehr besuchen. Den Ausflug in die Stadt nutzen wir, um uns noch ein bischen umzuschauen und frische Vorräte für die nächste Etappe zu beschaffen.